Dr. Christoph Lohfert und Dr. Dr. Peter Lohfert

Dr. Dr. Peter Lohfert und Dr. Christoph LohfertMedizin hat eine lange Tradition. Stets war sie Begleiter der Menschen, geformt von den Gesellschaften in ihrer jeweiligen Zeit, die voranschritt mit unbekanntem Ziel und das Leben der Menschen in tiefer Weise prägte. Während die Medizinkultur einem ständigen Wandel unterworfen war, schien ein Symptom immer gleich: Schon bei den alten chinesischen Heilern vor ein paar tausend Jahren wusste niemand, in welche Richtung sich Medizin entwickeln würde. Das hat uns stets staunend gemacht. Wir haben ehrfurchtsvoll den Kopf gebeugt vor der Allmacht des Wissens, der Kraft der Heilkunst, der Wucht der Systeme.
Erfolge aber trüben die Sicht, große Erfolge begrenzen den Blick, ganz große Erfolge machen blind. Je größer die Erfolge der Medizin waren und je schneller und wirksamer sie verbreitet wurden, desto schwieriger wurde es, die Patienten im Blick zu behalten und das Gespür dafür zu bewahren, was sie brauchen. Viele Patienten sind sensibel, zumindest hellhörig und nehmen trotz oder gerade wegen ihrer besonderen Situation all die Signale wahr, die der Medizinbetrieb abstrahlt, allen voran die Phänomene der Macht, des Status, des Wissens, der Kompetenz, der komplizierten Organisation.

Die Patienten, häufig alt und angsterfüllt, werden ganz wirr im Kopf, und das Karussell dreht sich immer schneller. Im fortgeschrittenen Stadium der Irritation fragt der kranke Mensch nicht mehr, er hält sich die Ohren zu und zieht sich die Decke über den Kopf.

(Dr. Dr. Peter Lohfert und Dr. Christoph Lohfert)