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90 Projekteinreichungen gehen nun an die Jury des Lohfert-Preises

1. März 2026

Lohfert-Preis

Die Ausschreibungsphase für den diesjährigen Lohfert-Preis ist beendet. Bis zum 28.02.2026 nahm die Christoph Lohfert Stiftung 90 Projektbewerbungen zum Thema „Patient Journey neu gedacht – Innovative Lösungen für ein institutionenübergreifendes Patientenmanagement“  entgegen. Wir danken allen Bewerberinnen und Bewerbern sowie allen, die das Thema der Ausschreibung weitergetragen und verbreitet haben, für ihr Interesse und ihr Engagement!

Die unabhängige Fach-Jury mit Univ.-Prof. Dr. oec. Volker Amelung, Sabine Brase, M.Sc., Karsten Honsel, Prof. Dr. Claudia Schmidtke, Dr. Andreas TecklenburgHerwig Wetzlinger und erstmals mit  Dr. Regina Klakow-Franck wird die Projektbeschreibungen nun sichten und bewerten. Ihre Entscheidung wird voraussichtlich Ende Mai/Anfang Juni bekanntgegeben. Die Schirmherrschaft für den mit 20.000 Euro dotierten Förderpreis liegt in diesem Jahr bei Stefan Schwartze, dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung. 

Save the date: 09.09.2026

Die Preisverleihung findet am 09. September 2026 im Rahmen des Hamburger Gesundheitswirtschaftskongresses statt.

Bis zur Entscheidung der unabhängigen Fach-Jury lohnt ein Blick auf zentrale Wegmarken der Patient Journey. Sie zeigen exemplarisch, wo Versorgung heute besonders herausgefordert ist – und wo innovative Projekte ansetzen können.

 
1. Vom ersten Symptom zur hausärztlichen Abklärung

Orientierung schaffen, bevor Versorgung beginnt

Der Start der Patient Journey liegt häufig im Alltag der Betroffenen: Treten Symptome auf, stehen sie vor einer Vielzahl an Fragen und Unsicherheiten: Welche Symptome sind ernst? Welche Informationen aus dem Internet sind zuverlässig? Wer ist der passende Ansprechpartner im Gesundheitssystem?

Typische Herausforderungen

  • Unsichere Selbsteinschätzung: Patient:innen müssen Dringlichkeit und richtigen Versorgungsweg oft allein bewerten.
  • Informationsflut ohne Einordnung: Digitale Informationen sind verfügbar, aber nicht immer verständlich oder verlässlich.
  • Zugangshürden: Wartezeiten, unterschiedliche Erreichbarkeit und Terminvergabe oder soziale Faktoren beeinflussen, wann und wo Hilfe gesucht wird.
  • Fehlsteuerung im System: Unklare Navigation kann entweder zu spät oder direkt in hochspezialisierte Strukturen führen. 
  • Asymmetrische Kommunikation: Medizinische Routinen lassen wenig Raum für Orientierung und Erklärung und erschweren gemeinsame Entscheidungsfindung für weiteren Behandlungsweg.

Worauf es ankommt: In dieser Phase wirkt sich Gesundheitskompetenz (health literacy) entscheidend darauf aus, wie Menschen Informationen über Beschwerden suchen, bewerten, verstehen und schließlich in Entscheidungen über ihr weiteres Verhalten im Gesundheitssystem übersetzen – und ob nachfolgende Schritte effizient verlaufen (s. RKI, 2025).

2. Übergang in die stationäre Versorgung

Wenn Entscheidungen trotz Unsicherheit getroffen werden müssen

Die Einweisung ins Krankenhaus ist ein sensibler Moment. Diagnostische Unsicherheit, Zeitdruck wegen drohender Verschlechterung oder die Frage einer notwendigen spezialisierten Behandlung prägen diese Phase – häufig mit weitreichenden Folgen für den weiteren Verlauf.

Typische Herausforderungen

  • Informationsverluste an der Schnittstelle: Vorbefunde, Medikationspläne oder Anamnesedaten sind nicht vollständig verfügbar (s. Straub et al., 2022).
  • Doppeluntersuchungen und Verzögerungen: Fehlende Abstimmung kann zu unnötigen Wiederholungen führen.
  • Strukturelle Fehlsteuerung: Patient:innen suchen Krankenhäuser direkt auf, obwohl sie zum Teil auch ambulant versorgt werden könnten. (s. WidO, 2025)
  • Diagnostische Unsicherheit: Die Entscheidung zur Einweisung ist für Ärzt:innen oft ein Abwägen zwischen Risiko und Versorgungsmöglichkeiten, insbesondere bei älteren oder mehrfach erkrankten Patient:innen.
  • Regionale Unterschiede: Aufnahmeentscheidungen variieren je nach Versorgungsstruktur und Einstellung der Hausarztpraxis stark.

Worauf es ankommt: Gerade an der Grenze zwischen ambulant und stationär zeigt sich, wie gut das Gesundheitssystem koordiniert ist – und wie gut die Übergänge zwischen den Sektoren organisiert sind. (s. Sachverständigenrat, 2023)

Im Interview: Priv.-Doz. Dr. rer. medic. Ursula Hahn, stellv. Vorsitzende des Bundesverbands Managed Care, Foto: privat
Im Interview: Priv.-Doz. Dr. rer. medic. Ursula Hahn, stellv. Vorsitzende des Bundesverbands Managed Care, Foto: privat

 

Im Interview mit der Christoph Lohfert Stiftung schildert auch die stellv. Vorsitzende des Bundesverbands Managed Care, Dr. Ursula Hahn, die Herausforderungen einer gelingenden Patient Journey.

Zum Interview mit Dr. Hahn

3. Vom Krankenhaus in die Nachsorge

Entlassung bedeutet nicht das Ende der Behandlung, sondern einen Übergang

Mit der Entlassung beginnt oftmals eine Phase, die für den nachhaltigen Behandlungserfolg entscheidend ist. Hier zeigt sich, ob Therapieempfehlungen im Alltag tatsächlich umgesetzt werden und wirken können.

Typische Herausforderungen

  • Kommunikationslücken: Patient:innen, ihre Angehörigen und weiterbehandelnde Praxen erhalten die Informationen aus der stationären Behandlung wie den Arztbrief verspätet, unvollständig oder zu fachspezifisch formuliert.
  • Unklare Verantwortlichkeiten: Wer koordiniert Termine, Medikation oder Unterstützungsangebote?
  • Organisationsaufwand für Patient:innen: Die ambulante Nachsorge mit Terminen bei verschiedenen, organisatorisch und lokal divers verteilten Gesundheitsdienstleistern wird häufig zur „Managementaufgabe“ für die Patient:innen oder ihre Angehörigen. 
  • Erhöhtes Risiko für Wiederaufnahmen: Fehlende Abstimmung kann zu vermeidbaren Re-Hospitalisierungen führen.

Worauf es ankommt: Kontinuität ist ein zentrales Qualitätsmerkmal der Gesundheitsversorgung. Sie entsteht nicht automatisch, sondern braucht strukturierende und koordinierende Prozesse wie beispielsweise ein frühzeitiges Entlassmanagement – vor allem für Patient:innen mit erhöhtem poststationären Versorgungsbedarf. (s. Marsall, 2024 und (DVSG, 2025)

 
Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze, MdB, ist Schirmherr des Lohfert-Preises 2026. Er sagt:
Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze, MdB, ist Schirmherr des Lohfert-Preises 2026. Er sagt: "Wenn wir Versorgung zukunftsfähig denken, müssen wir sie aus Sicht der Patientinnen und Patienten gestalten – über alle Grenzen hinweg." "
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4. Langzeitbetreuung und Selbstmanagement

Versorgung wird nachhaltig – oder verliert ihre Wirkung

Nach der Akutbehandlung oder Rehabilitation verlagert sich die Verantwortung für die Gesundheiterhaltung wieder (vollständig) zurück in die Hand der Patient:innen. Diese Phase entscheidet darüber, ob Therapieerfolge stabil bleiben.

Typische Herausforderungen

  • Wechsel von Betreuung zu Eigenverantwortung: Strukturierte Kontakte mit den Behandlungsteams nehmen ab, die Anforderung an die Selbstorganisation steigt weiter.
  • Adhärenzprobleme: Ohne Begleitung beispielsweise durch „Gesundheitslotsen“ drohen Therapietreue und Präventionsbereitschaft rasch abzunehmen.
  • Fragmentierte Langzeitversorgung: Mehrere Leistungserbringer arbeiten nebeneinander statt abgestimmt.
  • Drehtüreffekte: Fehlende Unterstützung kann zu Rückfällen und erneuten Klinikaufenthalten führen.

Worauf es ankommt: Nachhaltige Versorgung entsteht dann, wenn Patient:innen befähigt werden, ihre Gesundheit langfristig (selbst) zu managen.

Patient Journey als gemeinsamer Gestaltungsauftrag

Die vier Stationen machen deutlich: Versorgungsqualität entscheidet sich nicht nur innerhalb einzelner Einrichtungen. Sie muss vor allem auch an den Übergängen gesichert werden – dort, wo Information, Verantwortung und Prozesse mehrerer Institutionen zusammenkommen.

Genau hier setzt die Ausschreibung um den Lohfert-Preis 2026 an. Wir suchen Projekte, die neue Wege entwickeln, Versorgung konsequent aus Patientensicht organisieren, Kooperationen stärken und helfen, Brüche im System zu überwinden.

Wir sind gespannt!

Merken Sie sich gleich den Termin für die Preisverleihung vor!

Save the date: 09.09. Preisverleihung


Zum Lohfert-Preis

Der Lohfert-Preis wird seit dem Jahr 2012 ausgeschrieben und fördert innovative Projekte zur Verbesserung der Patientenorientierung und -sicherheit. Die Preisträgerprojekte werden von einer unabhängigen Jury mit Vertreter:innen aus dem Gesundheitswesen ausgewählt. Für den Lohfert-Preis 2026 neu in die Jury berufen: Dr. Regina Klakow-Franck, Ärztin und ehemaliges Unparteiisches Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses. Schirmherr des Lohfert-Preises 2026 ist der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze, MdB. Die Preisverleihung findet am 09. September 2026 im Rahmen des Hamburger Gesundheitswirtschaftskongresses statt.

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