Lohfert-Preis
Die unabhängige Fach-Jury mit Univ.-Prof. Dr. oec. Volker Amelung, Sabine Brase, M.Sc., Karsten Honsel, Prof. Dr. Claudia Schmidtke, Dr. Andreas Tecklenburg, Herwig Wetzlinger und erstmals mit Dr. Regina Klakow-Franck wird die Projektbeschreibungen nun sichten und bewerten. Ihre Entscheidung wird voraussichtlich Ende Mai/Anfang Juni bekanntgegeben. Die Schirmherrschaft für den mit 20.000 Euro dotierten Förderpreis liegt in diesem Jahr bei Stefan Schwartze, dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung.
Die Preisverleihung findet am 09. September 2026 im Rahmen des Hamburger Gesundheitswirtschaftskongresses statt.
Bis zur Entscheidung der unabhängigen Fach-Jury lohnt ein Blick auf zentrale Wegmarken der Patient Journey. Sie zeigen exemplarisch, wo Versorgung heute besonders herausgefordert ist – und wo innovative Projekte ansetzen können.
Orientierung schaffen, bevor Versorgung beginnt
Der Start der Patient Journey liegt häufig im Alltag der Betroffenen: Treten Symptome auf, stehen sie vor einer Vielzahl an Fragen und Unsicherheiten: Welche Symptome sind ernst? Welche Informationen aus dem Internet sind zuverlässig? Wer ist der passende Ansprechpartner im Gesundheitssystem?
Typische Herausforderungen
Worauf es ankommt: In dieser Phase wirkt sich Gesundheitskompetenz (health literacy) entscheidend darauf aus, wie Menschen Informationen über Beschwerden suchen, bewerten, verstehen und schließlich in Entscheidungen über ihr weiteres Verhalten im Gesundheitssystem übersetzen – und ob nachfolgende Schritte effizient verlaufen (s. RKI, 2025).
Wenn Entscheidungen trotz Unsicherheit getroffen werden müssen
Die Einweisung ins Krankenhaus ist ein sensibler Moment. Diagnostische Unsicherheit, Zeitdruck wegen drohender Verschlechterung oder die Frage einer notwendigen spezialisierten Behandlung prägen diese Phase – häufig mit weitreichenden Folgen für den weiteren Verlauf.
Typische Herausforderungen
Worauf es ankommt: Gerade an der Grenze zwischen ambulant und stationär zeigt sich, wie gut das Gesundheitssystem koordiniert ist – und wie gut die Übergänge zwischen den Sektoren organisiert sind. (s. Sachverständigenrat, 2023)
Im Interview mit der Christoph Lohfert Stiftung schildert auch die stellv. Vorsitzende des Bundesverbands Managed Care, Dr. Ursula Hahn, die Herausforderungen einer gelingenden Patient Journey.
Entlassung bedeutet nicht das Ende der Behandlung, sondern einen Übergang
Mit der Entlassung beginnt oftmals eine Phase, die für den nachhaltigen Behandlungserfolg entscheidend ist. Hier zeigt sich, ob Therapieempfehlungen im Alltag tatsächlich umgesetzt werden und wirken können.
Typische Herausforderungen
Worauf es ankommt: Kontinuität ist ein zentrales Qualitätsmerkmal der Gesundheitsversorgung. Sie entsteht nicht automatisch, sondern braucht strukturierende und koordinierende Prozesse wie beispielsweise ein frühzeitiges Entlassmanagement – vor allem für Patient:innen mit erhöhtem poststationären Versorgungsbedarf. (s. Marsall, 2024 und (DVSG, 2025)
Versorgung wird nachhaltig – oder verliert ihre Wirkung
Nach der Akutbehandlung oder Rehabilitation verlagert sich die Verantwortung für die Gesundheiterhaltung wieder (vollständig) zurück in die Hand der Patient:innen. Diese Phase entscheidet darüber, ob Therapieerfolge stabil bleiben.
Typische Herausforderungen
Worauf es ankommt: Nachhaltige Versorgung entsteht dann, wenn Patient:innen befähigt werden, ihre Gesundheit langfristig (selbst) zu managen.
Die vier Stationen machen deutlich: Versorgungsqualität entscheidet sich nicht nur innerhalb einzelner Einrichtungen. Sie muss vor allem auch an den Übergängen gesichert werden – dort, wo Information, Verantwortung und Prozesse mehrerer Institutionen zusammenkommen.
Genau hier setzt die Ausschreibung um den Lohfert-Preis 2026 an. Wir suchen Projekte, die neue Wege entwickeln, Versorgung konsequent aus Patientensicht organisieren, Kooperationen stärken und helfen, Brüche im System zu überwinden.
Wir sind gespannt!
Merken Sie sich gleich den Termin für die Preisverleihung vor!
Save the date: 09.09. Preisverleihung
Der Lohfert-Preis wird seit dem Jahr 2012 ausgeschrieben und fördert innovative Projekte zur Verbesserung der Patientenorientierung und -sicherheit. Die Preisträgerprojekte werden von einer unabhängigen Jury mit Vertreter:innen aus dem Gesundheitswesen ausgewählt. Für den Lohfert-Preis 2026 neu in die Jury berufen: Dr. Regina Klakow-Franck, Ärztin und ehemaliges Unparteiisches Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses. Schirmherr des Lohfert-Preises 2026 ist der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze, MdB. Die Preisverleihung findet am 09. September 2026 im Rahmen des Hamburger Gesundheitswirtschaftskongresses statt.